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MIDAS Mittelstandsfonds

Gegenstand der „MIDAS Mittelstandsfonds“ war die direkte oder indirekte Anlage in Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen. Durch die Investition in sog. „Zielunternehmen“ sollten Erträge von bis zu 15,0% erzielt werden. Ferner sollten die Investitionen zu 70-80% durch öffentliche Garantien abgesichert werden.

Insgesamt wurden nach diesem Muster vier geschlossene Fonds aufgelegt:

  • MIDAS Mittelstandsfonds Nr.2 GmbH & Co. KG
  • MIDAS Mittelstandsfonds Nr.3 GmbH & Co. KG
  • MIDAS Mittelstandsfonds Nr.4 GmbH & Co. KG
  • MIDAS Mittelstandsfonds Nr.5 GmbH & Co. KG

Tatsächlich konnten die prognostizierten Erträge von bis zu 15,0% mit den Zielunternehmen nicht erwirtschaftet werden. Auf welcher gefestigten Grundlage diese Prognose beruhte, kann nicht nachvollzogen werden. Offensichtlich wurden die Anleger hier mit überhöhten Renditeversprechungen eingeworben.

Auch die im Prospekt dargestellte Absicherung (öffentliche Garantien in Höhe von 70-80% der Investitionssumme) bestand tatsächlich nicht. Ausweislich des Geschäftsberichts 2010 vom November 2011 wurden lediglich Garantien zwischen 6,62% (!) und 70% gewährt. Die im Prospekt zugesicherte Absicherung zu 80% bestand in keinem einzigen der dort genannten Fälle. Eine Absicherung zu 70% bestand nur in einem einzigen Fall. Dementsprechend war auch das tatsächliche Risiko der Beteiligung deutlich höher, als im Prospekt dargestellt.

Im Jahre 2011 wurde die MIDAS-Gruppe schließlich von der S&K-Gruppe übernommen. Unter der Geschäftsführung von Herrn Marc-Christian Schraut wurden bis Mitte 2012 erhebliche Mittel der MIDAS Mittelstandsfonds als Darlehen an die S&K-Gruppe ausgezahlt. Über 24 Millionen Euro wurden auf diese Art und Weise aus den Midas Mittelstandsfonds abgezogen. Zu welchen Konditionen und mit welchen Sicherheiten dies erfolgte, blieb für die Midas-Anleger nicht nachvollziehbar. Ob dies dem Motto entsprach: „Wir finanzieren den Mittelstand.“ darf bezweifelt werden.

Im Zuge der Insolvenz der S&K Gruppe haben sich die vorgenannten Darlehn als praktisch wertlos erwiesen. Eine hinreichende Absicherung der Darlehn über werthaltige Immobilien bestand nicht. Nach Auskunft der Fondsverwaltung beläuft sich der heutige Wert der Fondsanteile auf weniger als 20% der Zeichnungssumme.

Anleger, die nicht hinreichend über die tatsächlichen Risiken bzw. Renditeaussichten dieser Beteiligung aufgeklärt wurden, haben die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen. In diesem Fall ist der Anlageberater bzw. die Bank verpflichtet, die Beteiligung gegen Rückzahlung des gezeichneten Betrags zurück zu nehmen. Soweit Ausschüttungen erfolgt sind, sind diese bei der Berechnung des Schadensersatzes in Abzug zu bringen.

Falls die Beteiligung über eine Sparkasse oder Bank vermittelt wurde, besteht bei diesen Fonds ferner die Möglichkeit einer Rückabwicklung aufgrund der sog. „Kick-Back-Rechtsprechung“ des Bundesgerichtshofs. So lässt sich den Fondsprospekten der MIDAS-Mittelstandsfonds regelmäßig nicht entnehmen, welche versteckten Provisionen (sog. „Kick-Backs“) die vermittelnde Sparkasse oder Bank erhalten sollte. Anleger, die von ihrer Bank nicht darüber aufgeklärt wurden, welche Provisionen die Bank erhält, haben die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen.

Betroffene Anleger sollten daher ihre Ansprüche geltend machen, bevor eine mögliche Verjährung eintritt.

  
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MPC Capital

Im Jahre 1994 wurde die MPC Capital AG gegründet und ist seit dem Jahr 2000 an der Börse notiert – ehemals im Prime Standard der Frankfurter Börse, heute im Entry Standard. Nach eigenen Angaben hat MPC Capital bislang 326 Kapitalanlagen aufgelegt. Mehr als 180.000 Kunden haben rund 7,9 Milliarden Euro in Produkte von MPC Capital investiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 18,9 Milliarden Euro.

Das Produktportfolio von MPC Capital umfasst neben geschlossenen Kapitalanlagen offene Investmentfonds und Anleihen sowie Versicherungslösungen. Davon sind 122 Fonds Schiffsbeteiligungsgesellschaften mit 221 Schiffen. Im Jahr 2011 war MPC Capital der fünftgrößte Anbieter von geschlossenen Schiffsfonds in Deutschland nach platziertem Eigenkapital. Das Unternehmen platzierte 2011 38,4 Mio. Euro Eigenkapital.

Unter anderem hat MPC Capital die folgenden Fonds auf den Markt gebracht:

MPC Fonds 131 – "Santa-R Schiffe" MPC Fonds 204 – „Santa L Schiffe“ MPC Fonds 209 – MS "Merkur Sky" MPC Fonds 243 – MS "Santa Vanessa" MPC Fonds 256 – MS "Mendelssohn Star" MPC Fonds 283 – MPC Offen Flottenfonds – „Santa B Schiffe“ MPC Fonds 287 – MPC Reefer-Flottenfonds 1 MPC Fonds 308 – MS "Santa Letitia" und MS "Santa Liana" MPC Fonds 311 – MPC Reefer Flottenfonds 2 MPC Fonds 372 – MS "Santa Lorena" und MS "Santa Luciana" MPC Fonds 375 – "Santa P-Schiffe 2" MPC Fonds 376 – Offen Produktentanker Flotte MPC Fonds 387 – MPC Deepsea Oil Explorer MPC Fonds 395 – CPO Nordamerika Schiffe 1

Viele MPC-Fonds, insbesondere die Schiffsfonds, haben sich nicht wie prognostiziert entwickelt. In einzelnen Fällen soll aufgrund der „Schifffahrtskrise“ eine Insolvenz drohen, was für die Anleger einen weitgehenden Totalverlust ihrer Einlage bedeuten würde. Ferner könnten Anleger mit Nachschussforderungen konfrontiert werden.

Anleger, die nicht hinreichend über die Risiken ihrer Beteiligung aufgeklärt wurden, haben die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen. In diesem Fall ist der Anlageberater bzw. die Bank verpflichtet, die Beteiligung gegen Rückzahlung des gezeichneten Betrags zurück zu nehmen. Soweit Ausschüttungen erfolgt sind, sind diese bei der Berechnung des Schadensersatzes in Abzug zu bringen.

Auch irreführende oder fehlerhafte Angaben in einem Emissionsprospekt (sog. „Prospekthaftung“) können zu einem Schadensersatzanspruch gegen den Anlageberater bzw. die Bank führen. Diese Haftung betrifft unter Umständen auch die Fondsinitiatoren und die Gründungsgesellschafter.

Nach ständiger Rechtsprechung des BGH muss der Anleger ferner über Vertriebsprovisionen, die über 15% der Zeichnungssumme liegen, ausdrücklich aufgeklärt werden (BGH, Urteil vom 06.02.2006, II ZR 329/04; Anschluss an BGH vom 17.11.2005, III ZR 350/04). Anleger, die auf diesen Umstand nicht hingewiesen worden sind, haben daher die Möglichkeit, Schadensersatz zu verlangen.

Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 19.10.2006, Az. III ZR 122/05) liegt ein solcher Aufklärungs- und Beratungsfehler z.B. dann vor, wenn der Anlageberater, auf dessen Erfahrungen der Anleger vertraut, diesem gegenüber die von ihm empfohlene Kapitalanlage als “sicher” bezeichnet hat, obwohl diese mehr oder weniger spekulativer Natur, bzw. mit einem Totalverlustrisiko behaftet ist.

Eine Haftung des Anlageberaters oder der Bank kann auch daraus resultieren, dass der Anleger keine ausreichende Möglichkeit hatte, die Risikohinweise des Fondsprospekts zur Kenntnis zu nehmen (BGH, Urteil vom 08.05.2012 - XI ZR 262/10, Rn. 21 m.w.Nachw.). Ein Anleger, dem ein Prospekt nicht rechtzeitig übergeben wurde, darf diesen unbeachtet lassen; er muss ihn insbesondere nach der getroffenen Anlageentscheidung nicht mehr durchlesen.

Falls die Beteiligung über eine Sparkasse oder Bank vermittelt wurde, besteht bei diesen Fonds ferner die Möglichkeit einer Rückabwicklung aufgrund der sog. „Kick-Back-Rechtsprechung“ des Bundesgerichtshofs. Anleger, die von ihrer Bank nicht darüber aufgeklärt wurden, welche Provisionen die Bank erhält, haben die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen.

Betroffene Anleger sollten daher ihre Ansprüche geltend machen, bevor eine mögliche Verjährung eintritt.

Hinweise:
  
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Verjährung

Die Schadensersatzansprüche geschädigter Anleger verjähren gemäß §§ 195, 199 BGB innerhalb von drei Jahren (sog. „Regelverjährung“). Die Regelverjährung beginnt nach § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB mit dem Zeitpunkt, in dem der Anleger von den tatsächlichen Umständen (z.B. den tatsächlichen Haftungsrisiken der Kapitalanlage) Kenntnis erlangt hat, bzw. ihm ggf. grob fahrlässige Unkenntnis von diesen Umständen vorzuwerfen ist, vgl. BGH NJW 2007, 1584, und endet am 31.12. des dritten Jahres nach Kenntniserlangung.

In diesem Zusammenhang möchten wir ferner darauf hinweisen, dass die Verjährungsfrist nicht „global“, sondern für jeden Beratungsfehler oder jeden Prospektfehler individuell berechnet wird. Unterschiedliche Prospektfehler können also zu unterschiedlichen Zeitpunkten verjähren (BGH, Urteil v. 21.10.214, XI ZB 12/12) Maßgeblich ist jeweils die Kenntnis der eigentlichen Pflichtverletzung (vgl. OLG Frankfurt, Urteil vom 13.05.2009, Az.: 2/19 O 25/06).

Unabhängig von der Kenntnis der tatsächlichen Risiken etc. besteht noch eine zehnjährige „Höchstverjährung“, d.h. auf den Tag genau zehn Jahre nach der Zeichnung endet die Verjährung in jedem Fall, unabhängig von der Kenntnis der tatsächlichen Umstände (§ 199 III BGB). Maßgeblich ist jeweils die früher endenden Frist.

Dies möchten wir mit folgendem Beispiel verdeutlichen:

Der Anleger zeichnet eine Fondsbeteiligung am 07.05.2007. Anfang 2012 erfährt er, dass er über die tatsächlichen Risiken der Beteiligung getäuscht worden ist. Hierdurch wird nun die Regelverjährung in Gang gesetzt. Die Regelverjährung endet nach drei Jahren zum 31.12., also in diesem Beispiel am 31.12.2015. Unabhängig von der Kenntniserlangung des Anleger verjähren sämtliche Schadensersatzansprüche aus der Fondsbeteiligung zum 07.05.2017 („Höchstverjährung“).